Innovation

Stelara: Ein neuer Stern auch in der Gastroenterologie

Gerd Czekalla, Business Unit Director Immunologie und Infektiologie, Janssen-Cilag, auf der Preisverleihung
Gerd Czekalla, Business Unit Director Immunologie und Infektiologie, Janssen-Cilag, auf der Preisverleihung © Eurecon Verlag / Wilfried Feder

2017 stimmte auch die Facharztgruppe der Gastroenterologen über das innovativste Produkt ab. Gewinner ist ein Biologikum, das im Vorjahr Eingang in die Behandlung des Morbus Crohn fand: Stelara® von Janssen-Cilag. Der Antikörper eröffnet neue Chancen auf eine Remission nach Versagen der konventionellen Behandlung.

Stelara® ist kein Unbekannter: Der Wirkstoff Ustekinumab galt schon im Jahr 2009 als innovativ, als er in die Therapie der mittelschweren bis schweren Plaque-Psoriasis eingeführt wurde. Ustekinumab blockiert die humanen Zytokine Interleukin 12 und 23 (IL12/IL23). Deren anomale Regulierung, so hatte man erkannt, steht mit verschiedenen immunvermittelten systemischen Krankheiten in Verbindung. 2013 erweiterte die europäische Arzneimittelagentur EMA die Indikation von Stelara® auf die Behandlung der aktiven psoriatrischen Arthritis (PsA). Verschiedene Interleukine wurden in der Folge auch als Schlüsselmoleküle der Entzündungsreaktion bei Morbus Crohn angenommen, der Einsatz des IL12/23-Antagonisten Ustekinumab klinisch geprüft. Die UNIT-Phase-III-Studien bestätigten, dass Stelara® eine neue Option für Patienten mit mäßig bis schwer verlaufendem Morbus Crohn ist: Die Raten von klinischem Ansprechen und klinischer Remission lagen signifikant höher unter Patienten mit einer intravenösen (i.v.) Ustekinumab-Therapie als unter Placebo-behandelten Patienten. Im November 2016 erteilte die EMA die europaweite Zulassung. Demnach ist Stelara® indiziert bei Patienten mit mittelschwerem bis schwerem aktiven Morbus Crohn, die unzureichend oder nicht mehr auf konventionelle oder Anti-Tumor-Nekrosefaktor (TNF)-α-Therapien ansprechen, diese nicht vertragen oder bei denen diese Mittel kontraindiziert sind. Rund 3.000 M. Crohn-Patienten wurden seither mit Stelara® behandelt.

Gerd Czekalla, Business Unit Director Immunologie und Infektiologie, Janssen-Cilag, auf der Preisverleihung

Gerd Czekalla, Business Unit Director Immunologie und Infektiologie, Janssen-Cilag, auf der Preisverleihung © Eurecon Verlag / Wilfried Feder

Die Therapie der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen hat in den vergangenen Jahren schon dank der TNF-blockierenden Antikörper erstaunliche Fortschritte gemacht. Stelara® ist nun das erste Biologikum in der Morbus Crohn-Therapie, das die Interleukine (IL)-12 und -23 als Ziel hat, und meist nach Versagen einer TNF-α-Blockade zum Einsatz kommt. „Dieser Preis freut uns sehr, da er zum wiederholten Male zeigt wie innovativ die Janssen-Pipeline ist“, kommentierte Gerd Czekalla, Business Unit Director bei Janssen-Cilag, die Auszeichnung. „Morbus Crohn ist eine perfide Erkrankung, die vor allem jüngere Menschen trifft und ihre Lebensqualität dramatisch einschränkt. Der Bedarf an Medikamenten mit neuem Wirkansatz, wie ihn Stelara aufweist, ist extrem hoch.“ Stelara® biete den Patienten neue Chancen auf eine Remission, die auch länger anhalten könne. „Wenn eine Behandlung den Patienten die Angst vor einem neuen Schub nehmen kann und ihnen ein vorhersehbar normalen Alltag ermöglicht, ist das ein Riesenfortschritt.“

Die weiteren Favoriten der Gastroenterologen zeugen ebenfalls von Fortschritten in der Immunologie. Auf Platz zwei landete mit 12% der Stimmen das Krebsmedikament Keytruda® von MSD. Sein Wirkstoff Pembrolizumab bindet an einen Rezeptor für programmierten Zelltod. Platz drei teilen sich mit jeweils 7% gleich drei erfolgreiche Medikamente zur Behandlung der chronischen Hepatitis C: Harvoni® und Epclusa® von Gilead Sciences sowie Zepatier® von MSD.