Innovation

First-Line-Daten zu Pembrolizumab (KEYTRUDA) beim metastasierenden NSCLC veröffentlicht

PD-1 Signalweg © MSD SHARP & DOHME GmbH

MSD hat im Rahmen der Jahreskonferenz der Europäischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO), die vom 7. bis 11. Oktober 2016 in Kopenhagen stattfand, die Veröffentlichung der Ergebnisse zweier bedeutender KEYNOTE-Studien bekanntgegeben. Beide Studien untersuchten den Anti-PD-1 (Programmed Cell Death 1 Protein)-Inhibitor Pembrolizumab (KEYTRUDA®) in der Erstlinienbehandlung von Patienten mit metastasierendem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC).

In die KEYNOTE-024 Studie wurden 305 Patienten mit metastasierendem NSCLC mit und ohne Plattenepithelhistologie eingeschlossen, deren Tumoren eine hohe PD-L1-Expression (TPS A ≥ 50 %) aufwiesen. Pembrolizumab erzielte bei dieser Patientenpopulation eine 50-prozentige Risikoreduktion der Krankheitsprogression oder Mortalität und eine 40-prozentige Reduktion des Mortalitätsrisikos im Vergleich zum aktuellen Standard mit einer Platin-haltigen Kombinations-Chemotherapie. Diese Daten wurden am 9. Oktober 2016 im New England Journal of Medicine veröffentlicht. Basierend auf den Ergebnissen der KEYNOTE-024 Studie ist Pembrolizumab derzeit der einzige Anti-PD1-Inhibitor, der für das progressionsfreie Überleben (PFS) und das Gesamtüberleben (OS) eine Überlegenheit im Vergleich zur Chemotherapie in der Erstlinientherapie von Patienten mit metastasierendem NSCLC mit und ohne Plattenepithelhistologie, deren Tumoren eine hohe PD-L1-Expression, jedoch keine EGFR B – oder ALK C – positive Tumormutation aufweisen.

In die Kohorte G der KEYNOTE-021 Studie wurden 123 Patienten mit metastasierendem NSCLC ohne Plattenepithelhistologie unabhängig vom PD-L1-Expressionslevel der Tumoren eingeschlossen. Die Kombination von Pembrolizumab plus Chemotherapie (Carboplatin plus Pemetrexed) erzielte eine objektive Ansprechrate (ORR) von 55 % im Vergleich zu 29 % bei Chemotherapie allein, dem aktuellen Standard. Zudem zeigte sich unter der Kombinationstherapie mit Pembrolizumab eine Risikoreduktion der Krankheitsprogression oder der Mortalität um 47 % im Vergleich zum Standard. Bisher ist Pembrolizumab der einzige Anti-PD1-Inhibitor, der bei der Erstlinienthreapie in Kombination mit einer Chemotherapie eine überlegene Wirksamkeit gegenüber einer Chemotherapie allein aufweist. Diese Daten wurden am 9. Oktober 2016 in der Fachzeitschrift The Lancet Oncology veröffentlicht.

Die Chemotherapie gilt seit Jahrzehnten für die meisten Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs als Goldstandard – aber die Überlebensraten sind nach wie vor niedrig”, erläuterte Dr. Roger M. Perlmutter, President der Merck Research Laboratories von Merck & Co., Inc., Kenilworth, USA, in Deutschland bekannt als MSD SHARP & DOHME GMBH.

„Die neuen Daten deuten darauf hin, dass die Behandlung mit Pembrolizumab bei einem breiten Spektrum von Patienten deutliche Verbesserungen gegenüber der Chemotherapie bieten kann. Insofern könnten diese Studien einen Wendepunkt in den weltweiten Bestrebungen zur Bekämpfung von Lungenkrebs markieren. Wir möchten uns aufrichtig bei den Patienten und Studienärzten für ihre Teilnahme an unseren Studien bedanken – gemeinsam arbeiten wir daran, die Gesundheit von immer mehr Krebspatienten zu verbessern.“

MSD hat die Studiendaten aus der KEYNOTE-024 bei den Zulassungsbehörden in den USA, Europa und Japan eingereicht. Die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA (Food and Drug Administration) hat Pembrolizumab als “bahnbrechende Therapie” klassifiziert und prüft den Zulassungsantrag im beschleunigten Verfahren. Die Antragsprüfung ist gemäß PDUFA (Prescription Drug User Fee Act)-Datum bis zum 24. Dezember 2016 abzuschließen.

Derzeit laufen mehrere zulassungsrelevante Studien von MSD zu Pembrolizumab als Monotherapie oder Kombinationstherapie beim NSCLC. Beispielsweise wird in der laufenden Phase-III-Studie KEYNOTE-189 eine Kombination aus Pembrolizumab und einer Platin/Pemetrexed-basierten Chemotherapie bei zuvor unbehandelten Patienten mit NSCLC ohne Plattenepithelhistologie untersucht.