Innovation

Bayer setzt verstärkt auf Forschung und Entwicklung

© Bayer AG, Dr. Marijn Dekkers, Vorstandsvorsitzender der Bayer AG

Der Bayer-Konzern will künftig noch stärker auf Innovationen in seinen Life-Science-Geschäften HealthCare und CropScience setzen.

„Für die kommenden Jahre erwarten wir, dass unsere Investitionen in Forschung und Entwicklung im Verhältnis zum Umsatz insgesamt weiter steigen werden“, sagte Vorstandsvorsitzender Dr. Marijn Dekkers am Dienstag beim Presseforum „Bayer-Innovationsperspektive 2014“ vor rund 140 Journalisten in Leverkusen. Im laufenden Jahr liegt das Budget für Forschung und Entwicklung in den Life-Science-Geschäften bei 3,2 Milliarden Euro. Davon entfallen ca. 70 Prozent auf das Gesundheitsgeschäft (HealthCare). Als Life-Science-Unternehmen von Weltrang werde Bayer weiter auf attraktive Märkte mit hohen Wachstumsraten setzen und habe damit sehr gute Zukunftsaussichten.

Insgesamt beschäftigt Bayer mehr als 13.000 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung – 61 Prozent davon bei HealthCare. Seit 2010 hat das Unternehmen im Pharma-Bereich 25 erfolgreiche Studien der klinischen Phase III vorzuweisen. Im Pharma-Geschäft sei Bayer eines der am schnellsten wachsenden globalen Unternehmen mit führenden Positionen in Schlüsselindikationen. Im Geschäft mit rezeptfreien Produkten (OTC) kommt das Unternehmen weltweit auf den zweiten Platz.

„Unsere Prozesse beginnen im Labor, und am Ende profitiert der Kunde. Mit unseren Produkten können Ärzte den Patienten helfen, Landwirte dazu beitragen, die Menschheit zu ernähren, und Veterinäre Tiere behandeln. All das entspricht genau unserem Leitbild: ,Bayer: Science For A Better Life‘“, sagte der Vorstandsvorsitzende.

HealthCare bietet neue Therapiemöglichkeiten

Als konkrete Beispiele nannte er eine Reihe von wichtigen Pharma-Produkten. So könne der Gerinnungshemmer Xarelto™ schätzungsweise zwei von drei Schlaganfällen verhindern, verglichen mit Patienten, die keinen Gerinnungshemmer einnehmen. „Das hat nicht nur Auswirkungen auf das Leben des Patienten, sondern auch auf das seiner Familie“, so Dekkers. Zu den neuen Therapien, die mit Bayer-Produkten möglich seien, gehöre auch die Verbesserung der nachlassenden Sehkraft infolge einiger Augenerkrankungen durch Eylea™, die Hemmung des Tumorwachstums bei bestimmten Krebserkrankungen durch Stivarga™ und Xofigo™ oder die Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit bestimmten Lungenerkrankungen durch Adempas™. Allein diese fünf Produkte hätten zusammen ein jährliches Spitzenumsatzpotenzial von mindestens 7,5 Milliarden Euro.

„Die Erfolge unserer jüngsten Produkteinführungen haben zu einem dynamischen Wachstum bei Bayer geführt“, betonte Dekkers. Und die Pharma-Pipeline sei auch darüber hinaus gefüllt mit derzeit 57 Projekten – 20 davon in der klinischen Phase I, 19 in Phase II und 18 in Phase III. Unter diesen Projekten seien fünf neue, vielversprechende Wirkstoffkandidaten, die bis 2015 entscheidungsreif für den Übergang in die Phase III sein sollen. Drei dieser Projekte fallen in die Therapiegebiete Kardiologie und Hämatologie und sollen die Behandlungsoptionen für renale Anämie sowie für Herzerkrankungen verbessern. Ein weiteres Projekt aus der Onkologie zeige eine vielversprechende Wirkung bei Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphom. Und in der Gynäkologie erwarte Bayer eine neue Behandlungsmöglichkeit für symptomatische Gebärmuttermyome. „Alle diese Wirkstoffkandidaten haben eines gemeinsam: Sie werden aus neuen Molekülen mit einem außergewöhnlichen Wirkprofil entwickelt“, erklärte der Vorstandsvorsitzende.

Neu in Phase III ist ein Wirkstoff zur Behandlung von Patienten mit Prostatakrebs. Bayer hat mit dem pharmazeutischen Unternehmen Orion Corporation, Espoo (Finnland) die globale Entwicklung und Vermarktung des Entwicklungskandidaten ODM-201 vereinbart. Dieser neuartige als Tablette einzunehmende Modulator des Androgenrezeptors befindet sich in der klinischen Entwicklung. Im September 2014 startete eine Phase-III-Studie bei Männern mit kastrationsresistentem, nicht metastasiertem Hochrisiko-Prostatakarzinom, die rasch ansteigende Werte des prostataspezifischen Antigens (PSA), aber noch keine nachweisbaren Metastasen zeigen.

Auch bei den Entwicklungsprodukten mit dem rekombinanten Faktor VIII (rFVIII) zur Behandlung der Bluterkrankheit kommt Bayer gut voran. Für diese Produkte will das Unternehmen mehr als 500 Millionen Euro in weitere Produktionskapazitäten an den deutschen Unternehmensstandorten Wuppertal und Leverkusen investieren. Für das neue Medikament BAY 81-8973 ist die Einreichung zur Zulassung noch im Jahr 2014 geplant. Ein weiterer, langwirksamer rFVIII (BAY 94-9027) ist zurzeit in Phase III der klinischen Prüfung.

Im Geschäft mit rezeptfreien Produkten, das Bayer zuletzt durch die Akquisitionen des Consumer-Care-Geschäfts von Merck & Co., Inc. (USA) und von Dihon Pharmaceuticals in China verstärkt hat, will das Unternehmen führend werden. Dieser Bereich wachse seit vielen Jahren stärker als der Markt, sagte Dekkers. Hier sei Bayer mit seinem langfristigen Markenaufbau sehr erfolgreich. Ziel für die kommenden zwei Jahre sei es hier, Innovationen auf den Markt zu bringen, das Geschäft in den Wachstumsmärkten weiter auszubauen und das Synergiepotenzial aus Akquisitionen vollständig zu heben.

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