Nachhaltigkeit

Firmenfitness – Pharmaunternehmen setzt auf Betriebssport

Firmenfitness
© Novakovic

Nass-kaltes Wetter, eisiger Wind, triefende Nasen, steigender Krankenstand – Herbst und Winter waren für Nela Novakovic bis 2016 vor allem eine Zeit, die für Personalausfall sorgte. „Das Wetter, die kranken Kinder in Kita und Schule. Das waren Begründungen für die x-te Erkältung von Mitarbeitern“, sagt Novakovic, die als Finance & Operations Director von Kyowa Kirin Deutschland, einem japanischen Pharmaunternehmen mit Sitz in Düsseldorf, Verantwortung für 60 Mitarbeiter trägt.

Wie lässt sich dieser Teufelskreis durchbrechen?

Die Frage trieb Novakovic um und brachte sie auf eine einfache Antwort: Bewegung. Nach einer Studie der Techniker Krankenkasse zum Bewegungsverhalten der Deutschen verbringt jeder Dritte seinen Feierabend auf dem Sofa und bewegt sich weniger als eine halbe Stunde am Tag zu Fuß oder mit dem Rad fort. Mehr als 40 Prozent der Menschen, die ihren Gesundheitszustand als weniger gut oder schlecht bezeichnen, bewegen sich im Alltag maximal eine halbe Stunde. Dabei wissen wir nicht erst seit der TK-Studie: Je mehr sich ein Mensch im Alltag bewegt, desto besser geht es ihm gesundheitlich.

Novakovic startet den Selbstversuch: Runter vom Sofa, rein in die Laufschuhe. „Nach 600 Metern hatte ich das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen“, erinnert sich die zweifache Mutter, die einen langen Arbeitstag hat, der sie zudem häufig ins Ausland führt. Novakovic plant beim nächsten Düsseldorfer Marathon zu starten und ruft ihre Mitarbeiter via Whatsapp zum Mitmachen auf.

Spontan schließt sich ein Fünftel der Belegschaft an und trifft sich mit Novakovic zum gemeinsamen Laufen – mitten im Winter, angesteckt von der Motivation ihrer Chefin. Die Initiative schlägt Wellen. Im Januar starten die „KK-Tigers“ mit regelmäßigem Training und persönlichen Trainings- und Ernährungsplänen unter Anleitung zweier Personal Trainer: Marcus Wedau, ehemaliger Profifußballer und Ingalena Schömburg-Heuck,, ehemalige Langstreckenläuferin. Am 29.4. treten die KK -Tigers beim Düsseldorfer Marathon an.

Welcher Effekt hat sich im Unternehmen gezeigt?

Von 60 Mitarbeitern macht heute knapp die Hälfte bei den KK-Tigers mit. Die Laufgruppe ist zu einer fixen Institution des Pharmaunternehmens geworden. Motivation und Teamfähigkeit des Einzelnen sei gestiegen, der Zusammenhalt enorm gewachsen, sagt Novakovic. „Von besonderer Bedeutung war, dass ich nicht nur mit Worten, sondern mit Taten, versucht habe, die Belegschaft zu motivieren“, und der Motivationsschub hält laut Novakovic bis heute an.

Noch im Dezember 2016 waren die meisten der Mitarbeiter, die an der Marathonvorbereitung teilgenommen haben, ziemlich konditionslos und schlapp. Sehr schnell wurde der Fortschritt sichtbar: Die Mitarbeiter wirkten schnell viel fitter, haben abgenommen, Muskeln aufgebaut, eine bessere Kondition, einige haben sogar aufgehört zu rauchen.

Dadurch hat sich der Krankenstand der Belegschaft reduziert. Vor allem die Anzahl der Erkrankungen, die sich sichtbar auf ein schlechtes Immunsystem zurückführen lassen, sind deutlich gesunken.

Fazit zur Firmenfitness

Wohlbefinden, sich verstanden zu fühlen und Anerkennung ist für Mitarbeiter in einem Unternehmen enorm wichtig. Mit regelmäßigen Pausen oder pünktlichen Feierabenden lässt sich dies nicht unbedingt erreichen. „Durch die gemeinsamen Trainingsvorbereitungen hat sich unsere Arbeitseinstellung so sehr verändert, dass wir das tägliches Erscheinen im Büro nun sogar als angenehme Freude empfinden können. Das Miteinander trainieren und die Freude, die wir dabei empfunden haben, die gegenseitige Unterstützung hat uns Mitarbeiter einander nähergebracht. Die dadurch entstandene positive Stimmung hält bis heute an.

Mir persönlich ging es in erster Linie darum, dass wir etwas für unsere Gesundheit tun, dass dabei noch so ein positiver Nebeneffekt herauskommt, ist natürlich doppelt gut“, ist das Fazit von Novakovic.