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Die Tej Kohli Foundation rückt der Regeneration des Hornhautgewebes zur Heilung von Blindheit einen Schritt näher

Die Technologie in der Entwicklungsphase soll die Kluft zwischen den hohen Kosten für die Behandlung der hornhautbedingten Erblindung und dem medizinischen Bedarf in einkommensschwachen Regionen weltweit schließen.

Die Regeneration des Hornhautgewebes könnte eine Operation potenziell überflüssig machen und kostengünstig durchgeführt werden.

LONDON–(BUSINESS WIRE)–Während die Tej Kohli Foundation der Möglichkeit einer Behandlung der hornhautbedingten Erblindung ohne Operation einen Schritt näher gekommen ist, bereitet sie sich auf eine Zusammenarbeit mit Forschern in Montreal (Kanada) und dem Moorfields Eye Hospital (Großbritannien) vor, um die kürzlich erworbene proprietäre Technologie der Stiftung zu einem injizierbaren biosynthetischen „Kleb-Füllstoff“ weiterzuentwickeln.

Die biosynthetische Lösung in flüssiger Form nimmt bei Körpertemperatur eine gelartige Konsistenz an und wirkt anschließend wie ein Gewebeklebstoff. Das biosynthetische Material hat das Potenzial, Hornhautperforationen zu verschließen und die Regeneration von Hornhautgewebe anzuregen, wodurch eine Hornhauttransplantation überflüssig wäre und das Abstoßrisiko gemindert würde.

Wie beim Hohlraum eines Zahnes wird der „Füllstoff“ nach Entfernung des pathologischen Gewebes aufgetragen und kann zum Verschließen einer Hornhautperforation und zur Regeneration der Hornhaut bei Patienten verwendet werden, bei denen ansonsten eine Hornhauttransplantation erforderlich wäre.

Zwischen Januar 2016 und November 2019 sammelte das Tej Kohli Cornea Institute in Hyderabad – eine Kooperation zwischen der Tej Kohli Foundation und dem LV Prasad Eye Institute – 38.255 Spenderhornhäute und führte 43.255 chirurgische Eingriffe an Patienten durch, die sich sonst keine Behandlung leisten könnten. Bei einem Großteil der Operationen wurde das Sehvermögen durch Hornhauttransplantationen mit Spenderhornhaut wiederhergestellt. Mit Spenderhornhaut sind jedoch zahlreiche Einschränkungen verbunden.

Indien, wo die hornhautbedingte Erblindung weltweit am höchsten ist, benötigt jährlich 100.000 Spenderhornhäute, jedoch werden alljährlich nur 17.000 gespendet. Dieser Mangel in Verbindung mit den unerschwinglichen Kosten von 4.000 Dollar für invasive Hornhauttransplantationen und den entsprechenden Medikamenten zur Verhinderung von Abstoßungsreaktionen haben zu einem medizinischen Bedarf in vielen einkommensschwachen Regionen auf der ganzen Welt geführt, in denen eine heilbare Blindheit häufig nicht behandelt wird.

Die Tej Kohli Foundation ist seit vielen Jahren an Technologien interessiert, die zu einer skalierbaren, erschwinglichen und zugänglichen Therapie weiterentwickelt werden können, die die Kluft zwischen den hohen Behandlungskosten und dem medizinischen Bedarf in einkommensschwachen Gemeinden schließen kann. Nach Auffassung der Stiftung muss eine Lösung weniger als 500 Dollar kosten, damit sie in armen Gemeinden durchführbar und erschwinglich ist.

Die Technologie der Biosynthese war das Ergebnis einer jahrelangen gemeinsamen Forschungsarbeit der augenärztlichen Abteilungen in Montreal (Kanada), Hyderabad in Indien und dem Londoner Moorfields Eye Hospital sowie dem UCL Institute of Ophthalmology. Im Rahmen früherer Forschungen wurden feste Implantate aus rekombinantem humanem Kollagen an Patienten am Tej Kohli Cornea Institut in Hyderabad und in Odessa (Ukraine) erfolgreich getestet. Diese Implantate waren jedoch in der Herstellung zu teuer und erforderten einen kompletten Operationssaal.

Der biosynthetische „Kleb-Füllstoff“ hingegen könnte von einem Augenarzt in 30 Minuten ohne Operationssaal aus einer Spritze verabreicht werden. Zudem bedeutet die Regeneration des patienteneigenen Hornhautgewebes, dass die Gefahr des Abstoßens im Vergleich zur Transplantation gering ist und langfristig keine teuren Immunsuppressiva benötigt werden. Laboruntersuchungen von Hornhautwunden mit einer Dicke von 100% haben bereits viel versprechende Ergebnisse für die biosynthetische Lösung gezeigt. Derzeit werden präklinische Studien durchgeführt.

Dr. Bruce Allan, Consultant Eye Surgeon am Moorfields Eye Hospital, erläutert:

„Häufig ist Blindheit die Folge einer Hornhautperforation, insbesondere in Entwicklungsländern, in denen oft kein Zugang zu Hornhauttransplantationen besteht. Neuartige Kleb-Füllstoffe, die das Potenzial haben, die Hornhaut zu verschließen und die natürliche Geweberegeneration zu fördern, benötigen keine teure Infrastruktur und können überall eingesetzt werden. Wir freuen uns sehr, bei diesem Vorhaben mit der Tej Kohli Foundation zusammenzuarbeiten.”

Wendy Kohli, Mitbegründerin der Tej Kohli Foundation, kommentiert:

„Unsere Mission ist die Beseitigung der unnötigen hornhautbedingten Erblindung bis zum Jahr 2035. Während die von der Stiftung finanzierten mehreren tausend Hornhauttransplantationen pro Jahr das Leben vieler Menschen verändern, kann die hornhautbedingte Erblindung statistisch gesehen auf diese Weise nicht überwunden werden. So finanzieren wir seit einigen Jahren unser Programm für angewandte Forschung zur Entwicklung einer erschwinglichen, skalierbaren und zugänglichen Therapie für die hornhautbedingte Erblindung, die für einkommensschwache und unterversorgte Gemeinden geeignet ist, in denen diese Form der Erblindung am weitesten verbreitet ist. Wir sind sehr erfreut, dass unsere proprietäre Lösung nun in klinischen Studien erprobt werden kann.“

Über die hornhautbedingte Erblindung

Der Weltgesundheitsorganisation zufolge haben 188 Millionen bis 217 Millionen Menschen weltweit eine leichte bis mittelschwere Sehbehinderung und 36 Millionen Menschen sind blind. Von der hornhautbedingten Erblindung sind 23 Millionen Menschen betroffen. 12,7 Millionen Menschen warten derzeit auf eine Hornhauttransplantation, davon 6 bis 7 Millionen in Indien.

Es gibt einen engen Zusammenhang zwischen Armut und Blindheit. 90 Prozent der von Blindheit und schwerer Sehbehinderung Betroffenen leben in den ärmsten Ländern der Welt. Nach Angaben des International Council of Ophthalmology kommen in Ländern mit niedrigem Einkommen auf eine Million Einwohner weniger als sechs Augenärzte.

Die Auswirkungen der Armutsblindheit treffen die Ärmsten am härtesten und verschlimmern ihre Armut. Ernährer fallen aus, und junge Menschen können die Schule nicht besuchen. Dennoch könnte ein großer Teil der Erblindeten, darunter 75 Prozent mit hornhautbedingter Erblindung, weltweit vollständig geheilt werden.

Über die Tej Kohli Foundation

Die 2005 gegründete Tej Kohli Foundation will mit ihren Interventionen das Leben der Menschen verändern. Große Bekanntheit hat sie durch ihren globalen Kampf gegen hornhautbedingte Erblindung erlangt. Seit 2015 finanziert die Stiftung über das Tej Kohli Cornea Institute die Ermöglichung von Hornhauttransplantationen in unterversorgten Gemeinden in Indien; 2019 spendete die Stiftung 2 Millionen US-Dollar an Mass Eye and Ear in Boston, ein Lehrkrankenhaus der Harvard Medical School, um die Entwicklung neuer Technologien zur Heilung von Blindheit zu unterstützen.

http://www.tejkohlifoundation.com

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Helen Tarbet / Simon Compton / Kim van Beeck / Hannah Ratcliff

(Buchanan Communications)

tejkohlifoundation@buchanan.uk.com
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