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Berlin-Chemie und smartpatient schließen Partnerschaft zur Verbesserung der Adhärenz

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©iStock.com/Tuomas Kujansuu

Bis zu 50% der verordneten Medikamente werden laut WHO-Schätzungen nicht eingenommen[i]. Eine Folge: Alleine in der EU schätzt man die Zahl vorzeitiger Todesfälle aufgrund der Nichteinnahme von Medikamenten auf 200.000 im Jahr[ii]. Hier setzt die jüngste Kooperation des Adhärenz-Spezialisten smartpatient an. Mit der App MyTherapy verfügen die Münchner über ein wirksames Werkzeug zur Steigerung der Therapietreue im Patientenalltag. Gemeinsam mit dem Pharmaunternehmen Berlin-Chemie unterstützen sie nun Patienten und Ärzte bei der Behandlung ausgewählter Volkskrankheiten.

Die Therapietreue rückt zunehmend in den Fokus der pharmazeutischen Industrie. Denn: Nur eingenommene Medikamente können ihre Wirkung entfalten. Unternehmen, die ihren Erfolg über das therapeutische Outcome definieren, denken vermehrt über die Verordnungsentscheidung des Arztes hinaus. Damit nimmt sich die Industrie eines volkswirtschaftlichen Problems an, dessen jährlicher Schaden alleine in Deutschland auf bis zu 75 Mrd. € geschätzt wird[iii]. Bisher setzten die sogenannten „Patient-Support-Programme“ der Industrie vor allem auf Informationsmaterial sowie telefonische Betreuung. Der Haken: Wenig Kontaktpunkte mit dem Patienten bei hohen Kosten. Deshalb findet man diese Programme heute vor allem in „teuren“ Indikationen wie z.B. Multiple Sklerose.

smartpatient und Berlin-Chemie wollen dies ändern: Smartphones und der steigende Einsatz von Tablet PCs erlauben erstmals, eine zunehmende Anzahl an Patienten in ihrem Alltag direkt und wirtschaftlich zu erreichen. „Mehr als 120 Minuten schaut jeder deutsche Smartphone-Nutzer täglich auf sein Gerät. Diese Aufmerksamkeit möchten wir für den Therapieerfolg nutzen“, so Torsten Flöttmann[iv], Leiter Marketing Deutschland der Berlin-Chemie. Aus seiner Sicht besonders wichtig ist dabei Akzeptanz und Einsatzbereitschaft, insbesondere seitens der Ärzteschaft: „Nur wenn Arzt und Patient dauerhaft einen Mehrwert in unseren neutralen digitalen Angeboten erkennen, können wir erfolgreich unterstützen.“

Im Jahr 2014 bescheinigte eine Studie jedem großen Pharma-Hersteller durchschnittlich ein Angebot von nicht weniger als 60 Apps[v]. Das Problem: Diese werden kaum genutzt. Berlin-Chemie entschloss sich für einen anderen Weg. Das Unternehmen entschied sich für die Verknüpfung seines intern entwickelten TheraKey Onlineportals mit einem strategischen Partner, dem Adhärenz-Spezialisten smartpatient. Mit MyTherapy betreibt das junge Münchner Unternehmen eine Plattform zur Unterstützung chronisch Kranker und stellt die Akzeptanz ins Zentrum ihrer Entwicklungsarbeit. „Gemeinsam können wir die Basis dafür schaffen, dass möglichst viele Ärzte und Patienten das aus unserer Sicht herausragende Unterstützungsangebot MyTherapy, das auch fester Bestandteil des TheraKey Onlineportals werden wird, im Alltag einsetzen“, so Flöttmann; und fährt fort

„Dies ist die erste konsequente Initiative um Adhärenz und Therapie mit Hilfe digitaler Medien indikationsübergreifend zu verbessern.“

MyTherapy macht das Smartphone des Patienten zum Therapieassistenten. Die App erinnert an Medikamente und dokumentiert den Krankheitsverlauf. Dabei erfüllt sie auch die Bedürfnisse solcher Patienten, die unter mehreren Krankheiten leiden. Und: Trotz Kooperation mit ausgewählten Arzneimittelherstellern ist die Anwendung für jeden Nutzer offen und unterstützt alle Medikamente. Sebastian Gaede, Geschäftsführer bei smartpatient, erklärt: „MyTherapy ist ein neutrales Angebot, das Patienten und Ärzte unabhängig von unseren Partnern in Anspruch nehmen können.“ Diese Neutralität, gepaart mit dem kompromisslosen Schutz personenbezogener Daten, sind Gaede besonders wichtig. „Um die Therapietreue zu verbessern, müssen uns Patient und Arzt vertrauen können. Dazu gehört, dass MyTherapy jede therapeutische Empfehlung des Arztes unterstützt und dass wir personenbezogene Daten mit niemandem, auch nicht mit unseren Industriepartnern, teilen.“

Dass MyTherapy gleichermaßen die Interessen von Arzt und Patient berücksichtigt, hat auch Berlin-Chemie überzeugt. „Dreh- und Angelpunkt des Therapieerfolgs kann nur der Arzt sein“, so Flöttmann. Sowohl bei der Entwicklung vom TheraKey Onlineportal als auch bei MyTherapy spielt der zeitknappe Praxisalltag deshalb eine wesentliche Rolle. Dazu Flöttmann: „Gemeinsam geben wir Ärzten erstmalig praktikable Werkzeuge an die Hand, die den Therapieerfolg auch außerhalb der Praxis unterstützen. Bisher war dies für den einzelnen Arzt schlicht nicht leistbar.“ smartpatient arbeitet kontinuierlich mit Patienten und Ärzten an der weiteren Verbesserung von MyTherapy. Neben dem Dialog mit niedergelassenen Medizinern arbeiten die Münchner mit renommierten Partnern wie der Charité Berlin oder dem Klinikum Rechts der Isar, München. Dazu Gaede: „Wir freuen uns sehr, mit Berlin-Chemie einen innovativen Partner gefunden zu haben, der unsere Philosophie eines unabhängigen Angebotes teilt und unsere intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeit zu schätzen weiß.“

Die Kooperation von Berlin-Chemie und smartpatient erstreckt sich u.a. über die Indikationen Diabetes, Bluthochdruck und Asthma / COPD. Dazu Flöttmann: „Internet und Apps sind schon lange beim Patienten angekommen. Unsere Kooperation mit smartpatient ist ein wichtiger Schritt, um dieses Potenzial in der Arzt-Patienten-Beziehung nutzbar zu machen, gerade bei der Behandlung der großen Volkskrankheiten.“

[i] http://whqlibdoc.who.int/publications/2003/9241545992.pdf
[ii] http://abcproject.eu/index.php?page=publications
[iii] http://www.bertelsmann-stiftung.de/bst/de/media/xcms_bst_dms_36214_36215_2.pdf
[iv] http://www.millwardbrown.com/adreaction/2014/report/Millward-Brown_AdReaction-2014_Global.pdf
[v] smartpatient pharmaceutical company app survey, spring 2015

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