Innovation

Mobile Payment – PAYMEY startet clever im Markt der Giganten!

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Dr. Denis JungMobile Payment fristet in Deutschland bisher ein Nischendasein. Der Sinn des Bezahlens mit dem Smartphone leuchtete hierzulande nicht immer ein und die Angebote am Markt sind oft enttäuschend. 2014 könnte damit nun Schluss sein, denn einige innovative Unternehmen, darunter das Startup PAYMEY, rollen neue Produkte aus.

Mobile Payment ist im Ausland bereits heute eine Erfolgsgeschichte, wie Square und Starbucks demonstrieren. Square macht sich die extrem hohe Verbreitung von rund 160 Millionen Kreditkarten-Kunden in den USA zu Nutze. Das Square-Erfolgsrezept ist ein Kartenleser, der in die Audio-Buchse des Smartphones gesteckt, und so Mobiltelefone und Tablet-PCs zu rudimentären Kreditkartenterminals und Kassensystemen aufrüstet.

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Auch die Mobile Payment Lösung der Franchise-Kette Starbucks ist bereits äußerst erfolgreich, wählt aber im Vergleich zu Square einen völlig anderen Ansatz. Zahlungen sind mit der Starbucks-App nur in den eigenen Filialen möglich. Transaktionen werden über die hauseigene Starbucks Card, eine Art Prepaid Kreditkarte verrechnet, die per Kreditkartenzahlung aufgeladen wird. Diese werden am Kassenterminal durch Scannen eines Barcodes vom Smartphone-Display des Kunden ausgelöst. Starbucks gibt an, dass Kunden so pro Bezahlvorgang ca. 10 Sekunden gegenüber einer Zahlung mit Kreditkarte einsparen würden. Aus Kundensicht jedoch interessanter dürfte das mit der Starbucks Card verbundene Loyalty Programm sein. Wie der Business Insider berichtet, hat Starbucks in 2013 bereits rund eine Milliarde Dollar Einnahmen mit der hausinternen Mobile Payment Lösung erwirtschaftet.

In Europa und Deutschland liegt, laut einer aktuellen Studie von KBN-Consult, der Anteil der Kreditkarten an allen Geldkarten bei rund 3%. Außerdem gelten Kreditkarten als wenig sicher und Transaktionen sind teuer. Mobile Payment Produkte, die auf Kreditkartenzahlungen beruhen, dürften es in Deutschland also schwer haben. Keiner der beiden vorher genannten Ansätze eignet sich also als globale Mobile Payment Lösung. Worauf sich die Frage stellt, wie eine Solche denn auszusehen hätte? Hinweise hierzu lieferte erst kürzlich das t3n-Magazin; „Lösungen, die einen 360-Grad-Ansatz versprechen, könnten maßgeblich zum Erfolg von Mobile Payment beitragen.“

softwarebasiertes Bezahlsystem mit offenen Schnittstellen

Interessant an dieser Aussage ist vor allem, dass das Magazin nicht die Technologie, sondern die vielfältige Nutzbarkeit derselben in den Vordergrund stellt. So scheiterten Mobile Payment Anbieter bisher reihenweise, weil sie sich für das Bezahlen im stationären Handel auf Übertragungstechnologien wie Near Field Communication (NFC) festlegten, dabei aber außer Acht ließen, dass die Technologie im Markt nicht vorhanden war. Bestes Beispiel hierfür ist die Google Wallet, deren Entwicklung und Rollout den Suchmaschinenriesen bis heute weit über 300 Millionen Dollar gekostet hat, wie die BloombergBusinessweek Mitte 2013 berichtete. Bisher ohne nennenswerten Erfolg!

Ganz anders ist Anfang des Jahres das Berliner Mobile Payment Startup PAYMEY in den Markt gestartet. Das junge Startup setzt auf ein „softwarebasiertes Bezahlsystem mit offenen Schnittstellen, in das sich leicht neue Übertragungsstandards integrieren lassen und mit dem man über alle medialen Grenzen hinweg bezahlen kann“, erklärt Tobias Pfütze, Gründer und Geschäftsführer von PAYMEY. Herausgekommen ist ein Produkt, mit dem sich Nutzer via App, direkt von Smartphone zu Smartphone Geld überweisen und außerdem im stationären Handel und in Online Shops bezahlen können. Damit soll es aber noch nicht genug sein. Bereits im ersten Quartal 2014 plant PAYMEY den Launch eines Geldversands per SMS, dicht gefolgt von einer Funktion, mit der Kunden Produkte direkt von Printmedien herab einkaufen können. Nach dem Scannen eines QR-Codes von einer Werbeanzeige kann das Produkt mit einem Klick bezahlt werden. Die Ware wird anschließend bequem nach Hause geliefert. Das Verfahren ermöglicht es außerdem, Papierrechnungen komfortabel per Smartphone zu begleichen. Damit setzt PAYMEY bereits eine Idee um, die jüngst auch vom European Payment Council (EPC) geäußert wurde, um das mit der SEPA-Umstellung umständliche Überweisen von Rechnungsbeträgen mit der 22-stelligen IBAN-Nummer zu erleichtern.

PaymeyDie Nutzung von PAYMEY ist darüber hinaus sehr sicher. So werden Transaktionen zwischen Nutzern virtuell über eine E-Wallet abgebildet. Sensible Daten werden bei PAYMEY nicht auf dem Smartphone gespeichert oder übertragen. „Ein riesen Sicherheitsgewinn gegenüber EC- und Kreditkarte“, findet Tobias Pfütze. Die eigentliche Transaktion des Geldes auf oder von einem Treuhandkonto findet dabei sicher per Lastschriftverfahren bzw. Überweisung statt. Derzeit kann PAYMEY im 33 Staaten umfassenden SEPA-Raum genutzt werden. Durch Einbindung weiterer Bezahlarten in die E-Wallet lassen sich theoretisch jedoch auch jenseits des SEPA Raums Transaktionen durchführen.

Auch auf Kostenseite ist PAYMEY attraktiv. Für Endkunden ist die Nutzung komplett kostenlos. Nur Geschäftskunden zahlen für das Geldempfangen, je nach Transaktionsart (online bzw. offline), 1 – 1,2% des Umsatzvolumens. PAYMEY ist damit rund 50% günstiger als vergleichbare Transaktionen per Kreditkarte.

Das Konzept begeistert Geschäftskunden und Endkunden gleichermaßen. Zwar ist PAYMEY erst Anfang Januar 2014 am Markt vertreten und verzichtet derzeit bewusst auf aktive Bewerbung des Services bei Endkunden. Dennoch verbreitet sich die App bereits viral und mit dem Kassensystemhersteller TCPOS hat sich bereits ein erster großer Geschäftspartner gefunden, der im kommenden Frühjahr 6.000 Kassensysteme an PAYMEY anbinden wird. „Das ist nur der Anfang“ konstatiert Thomas Franke, der bereits für DailyDeal in Deutschland, ein ex Google-Tochterunternehmen den Vertrieb im D-A-CH Bereich aufgebaut hat und gute Kontakte zu den Top-Markenunternehmen in Deutschland unterhält. „Wir bekommen sehr positive Rückmeldung aus allen Richtungen, ob internationale Getränke-, Smartphone-Hardwarehersteller oder Transportunternehmen.

Nähere Infos zum Unternehmen PAYMEY finden sich zurzeit auf der Crowdfunding Plattform Seedmatch. Das Startup führt hier aktuell eine Anschlussfinanzierung über den Deutschen Marktführer für Crowdinvestments durch.

Wer PAYMEY nutzen möchte, kann sich auf der PAYMEY Webseite registrieren und anschließend die App im Apple Store herunterladen.

Eine ausführlichere Version dieses Artikels finden Sie übrigens auf meinem Blog.

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