Führung

Vertrauen und Verrat

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Eine junge Frau telefonierte mit ihrem Freund und da er sein Handy nachher nicht richtig ausschaltete, hörte sie seinen prahlerischen Bericht an seine Freunde, dass sie immer noch so naiv sei zu glauben, er wolle sie wirklich heiraten. Diese Masche funktioniere so gut, dass er sie bei drei Frauen gleichzeitig einsetze.

Die Frau war nicht nur sehr verletzt. Das Vertrauen zu diesem Mann war irreparabel zerstört. So etwas akzeptiert man kein einziges Mal. Vertrauen ist die Grundlage jeder Beziehung. Selbst innerhalb einer Verbrecherbande geht es nicht ohne Vertrauen. Auch im Business möchte man mit niemandem einen Vertrag schließen, dem man nicht vertraut, dass er beabsichtigt, sich daran zu halten. Trotz aller juristisch ausgefeilten Klauseln ist die Grundlage von Verträgen Vertrauen. Aber wie gewinnt man das Vertrauen anderer Menschen? Wovon hängt es einerseits ab, dass jemand Vertrauen zu einem fasst, und wie kann man andererseits erkennen, wem man vertrauen kann? Es gibt da eine Vielzahl von Faktoren, aus denen Vertrauen oder Misstrauen entstehen kann:

  1. Aus dem Grad der Übereinstimmung von Worten und Handlungen kann man oft schon im Kleinen sehen, wie genau ein Mensch etwas nimmt: Man kann sich für 18.00 Uhr verabreden und pünktlich sein, oder für gegen 18.00 Uhr und hat dann etwas mehr Spielraum. Das gesprochene Wort sollte eine hohe Verbindlichkeit und Dauerhaftigkeit haben. Entsprechend sollte man möglichst nichts Gesagtes zurücknehmen oder vergessen.
  2. Andere Menschen empfinden sehr genau den Unterschied, ob ihnen jemand etwas gibt oder nimmt. Deshalb ist eine gewisse, nicht übertriebene, Großzügigkeit immer ein gutes Signal, um Vertrauen und Sympathie zu gewinnen. Wenn man wiederholt das Gefühl hat, sich vor einem anderen schützen zu müssen, der etwas von einem will, ergibt sich daraus kein entspanntes Verhältnis.
  3. Zur Vertrauenswürdigkeit braucht es Berechenbarkeit. Neben der Gültigkeit von Zusagen hilft dazu in variablen und in Veränderung befindlichen Prozessen möglichst viel Transparenz. Geben Sie immer wieder knappe und präzise Zwischeninformation über den aktuellen Stand.
  4. Viele Menschen machen die Erfahrung, dass sie sich nach einem erlittenen Vertrauensbruch an kleine Zeichen oder Indizien erinnern, die ihnen im Nachhinein als Hinweise hätten gelten können, das der andere nicht aufrichtig war und innerlich andere als die vorgegebenen Interessen verfolgte. Sie hatten diese Signale zwar wahrgenommen aber nicht beachtet. Umgekehrt sollte man daraus die Konsequenz ziehen, frühzeitig auf unstimmige Signale zu achten und zu reagieren.
  5. Zur Einschätzung anderer Menschen helfen oft Grundsätze wie: „So wenig genau wie jemand mit meiner Zeit umgeht, so wenig sorgfältig wird er vermutlich auch mit meinem Geld umgehen“. Halten Sie sich an Ihre eigenen Ansprüche, lassen Sie sich nicht auf zugemutete Kompromisse ein und machen Sie Ihren Gesprächspartnern Ihre Maßstäbe für eine Zusammenarbeit klar. Man sagt auch: „Gier frisst Hirn“ und meint damit, dass man oft etwas leichtfertig glaubt, was man bei längerem Nachdenken oder bei genauerem Ansehen der andern Person sicher nicht getan hätte. Bleiben Sie also auch realistisch und nüchtern.
  6. Oft ist der intuitive Vergleich einer Person mit einem Tier erhellend: Wirkt der andere wie ein treuer Hund oder eher wie ein listiger Schakal, wie eine lauernde Schlange oder wie eine freundliche und doch autonome Katze. Meistens erfasst die eigene Intuition andere Menschen sehr gut mit dieser Methode. Dann können Sie abschätzen, wie weit Sie dieser anderen Person vertrauen können. Oft eignen sich auch Tierkombinationen wie: ein Hase im Löwenkostüm. Wenn Sie in Ihrem Privat und Geschäftsleben ein paar Menschen gefunden haben, die sich sogar über Jahre bewährt haben, dann würdigen Sie diese Menschen und pflegen die Beziehungen zu Ihnen. Sie gehören zu den großen Schätzen in Ihrem Leben.

Und wenn Sie noch mehr darüber wissen wollen, wie Sie andere Menschen durchschauen, scannen oder profilen können, und welche Sorte Kreide ein Wolf fressen sollte, um glaubwürdig zu wirken, dann hilft Ihnen dabei topaktuell das neue Buch von Winfried Prost: Vertrauen und Verrat, Hess Verlag, 12,80 €, sowie sein Seminar Dialektik: Die Kunst Menschen zu durchschauen. Beides finden Sie unter www.winfried-prost.de

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