Führung

Unterbewusstsein

Führung
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Eine verräterische Mail …oder: wenn einem das Unterbewusstsein Streiche spielt

Jemand hatte eine delikate Mail an seine Geliebte versehentlich an seine Ehefrau abgesandt. Als er davon einem Freund erzählte, grinste der einigermaßen anzüglich und sagte halb schadenfroh: „Na, da hat Dir Dein Unterbewusstsein wohl einen bösen Streich gespielt!“ Es war jedenfalls alles aufgeflogen und ein Trennungsdrama begann.

Ein Unfall oder ein gezielter Sabotageakt des Unterbewusstseins?

Der erwischte Ehemann bewertete diesen Unfall etwa vier Jahre später als Glücksfall: „Wenn das damals nicht passiert wäre, hätte ich mich bestimmt nicht getraut, meine alte Beziehung aufzulösen. Ich wusste zwar eigentlich innerlich schon längst, dass ich da nicht mehr glücklich war und keine Energie mehr in die Beziehung steckte, aber vielleicht habe ich das aus Bequemlichkeit verdrängt und wollte es gar nicht so genau wissen.“

Mit verdrängten Gefühlen ist es wie mit dem Versuch, einen Ball unter Wasser zu drücken: Passt man einen Augenblick nicht auf, springt er sofort wieder hoch. Man sollte sich darüber klar sein, dass es eine Psychodynamik gibt, die unterdrückte oder verdrängte Dinge wieder ins Bewusstsein und in die Sichtbarkeit drängt. Teils sind solche Impulse unter dem Stichwort „Freudsche Fehlleistung“ bekannt. Man sollte sie aber besser´als „Unabsichtliche Richtigleistung“ bezeichnen. Solche Offenbarungen können sich auch in Form von Selbstbestrafungsmechanismen, äußeren Unfällen oder in Gestalt körperlicher oder psychischer Krankheitssymptome zeigen. Da wird dann symbolisch visualisiert, was zuvor verborgen war.

Je länger etwas innerlich unterdrückt wurde, und je weniger man es entsprechend im Bewusstsein präsent hat, desto überraschender und zunächst unverständlicher treten solche Symptome oder Visualisierungen auf. Man erschrickt dann häufig vor sich selbst und versteht sich selbst nicht mehr: „Wieso musste mir gerade das passieren? Wie konnte ich nur so blöde sein?“

Versteht man diese Impulse dagegen und zieht die angemessenen Konsequenzen, so hören diese unbewussten Störereignisse oft sofort auf. Ignoriert man sie dagegen, weil man sie nicht versteht oder weil man bestimmte Konsequenzen scheut – im Beispiel oben etwa, eine Beziehung zu beenden – kann man darauf wetten, dass das Unterbewusstsein weiter solche Signale sendet.

Wie lässt sich nun unterscheiden, welche Impulse einfach nur ein Fehler oder Irrtum waren, und hinter welchem Impulse des Unterbewusstsein drängen? Man will ja auch nicht zu viel in manche Ereignisse hinein interpretieren.

Eine solche Prüfung ist relativ leicht möglich: Man kann nämlich analysieren, ob es strukturgleiche oder analoge Impulse gibt. Sobald der oben erwähnte Mann feststellt, dass er immer wieder Fehler macht, die seiner Frau sein Doppelleben offenbaren könnten, kann er erkennen, dass sein auf Wahrhaftigkeit programmiertes Unterbewusstsein sich dagegen sträubt und nicht mitmacht.

Es könnte auch jemand anderer immer wieder und auf tausend verschiedene Weisen in Situationen geraten, in denen er sich als Opfer fühlt. Das würde darauf hinweisen, dass in ihm ein unverarbeitetes Opfertrauma weiter arbeitet und ihn zu einer Auseinandersetzung damit herausfordert. Grundsätzlich darf man dem eigenen Unterbewusstsein Konstruktivität unterstellen. Es weist auf Dysbalance hin und versucht wieder Balance herzustellen, es versucht aus Zwiespalt wieder Einklang zu machen und es will einen aus destruktiven Situationen oder Lebensweisen herausholen.

Dazu greift es manchmal sogar zu drastischen Mitteln, die einem als Betroffenen missfallen und die einem nicht „in den Kram“ zu passen scheinen. Da mischt sich dann vielleicht das Unterbewusstsein ein und drückt aus: „Ehe Du etwas gegen Deine innere Überzeugung sagst, schalte ich Dir lieber den Mund ab!“ und beschert einem ein ‚Black-Out‘. Oder aber es reagiert, indem es sich einmischt: „Eh Du Dich so tief in Lügen verstrickst, zeige lieber ich Dir, Deiner Frau und allen anderen Menschen das, was ist, nämlich: die Wahrheit! Als Coach, der mittlerweile seit vielen Jahren Impulse des Unterbewusstseins von Menschen analysiert und immer wieder den Sinn solcher scheinbaren Sabotageakte beobachten kann, ziehe ich den Schluss: Wer im Einklang zwischen innen und außen lebt, kann seine Energie für seine äußeren Erfolge am ergiebigsten bündeln, ihm passieren keine Unfälle und das Glück ist mit ihm.

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