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Paukenschlag oder leise Töne? oder: Wie viel Schminke macht schön?

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Wie Sie am besten nachhaltig in Erinnerung bleiben

Sie wurden neulich überhört? Sie haben nobelpreisträchtige Erkenntnisse geäußert und wurden ignoriert? Jeder andere profiliert sich, aber Ihre Botschaft bleibt auf der Strecke? Ihr Gegenspieler hat keine fachliche Kompetenz und bringt doch alle zum Lachen und wird in der Presse zitiert?

Dann muss etwas falsch laufen! Was können Sie tun? Sollten Sie einen Ghostwhriter engagieren oder einen teuren sextriefenden exzentrischen Werbespot produzieren? Welchen Terroranschlag müssen Sie verüben, um endlich Aufmerksamkeit für Ihre Botschaft zu erhalten? Greenpeace erzeugt immer wieder publicityträchtige Bilder. Aber vielleicht ist es zu aufwändig, Vergleichbares für die Botschaften Ihres beruflichen oder privaten Alltags zu inszenieren. Aber wie können Sie Ihren Botschaften mehr Wirkung verschaffen?

Die wirksamsten Methoden, Aufmerksamkeit zu erregen und Wirkung zu erzeugen, sind seit Jahrhunderten in der Rhetorik akkumuliert. Sie ist allerdings eine vielfach falsch verstandene Wissenschaft. Das liegt daran, dass jeder ein rhetorisches Misslingen so leicht erkennen kann wie einen falschen Ton in einem Konzert. Bei rhetorisch gelungenen Präsentationen denkt allerdings niemand an Rhetorik. Bei einer gut aussehenden Frau denkt man ja auch nicht an deren Make-up. Ein rhetorisch schlechtes Feedback wäre: „Das war rhetorisch sehr gut!“ Die beste Resonanz dagegen: „Das hat mich überzeugt!“

Fixieren Sie sich nicht zu sehr auf die äußere Gestalt Ihrer Botschaften, sondern versuchen Sie vom deren innerem Sinn und deren tatsächlichem Nutzen für Ihre Gesprächspartner her zu denken und ihnen beides klar zu machen. Nur wenn es Ihnen gelingt, Sinn zu kommunizieren, überzeugen Sie nachhaltig.

Wenn Sie sich dann außerdem nicht zu akademisch gebärden, sondern komplizierte Dinge einfach erklären, werden Sie leicht die Zustimmung anderer Menschen gewinnen. Seien Sie sich bewusst: Die meisten Universitätsprofessoren erhalten Ihr Gehalt nicht, weil sie überzeugen, sondern als Beamtenapanage. Für Sie ist es entsprechend vorteilhafter, abstrakte und unsichtbare Themenaspekte in alltagsverständliche Stories umzusetzen. Konkret könnte sich das so anhören:

Was Demokratie ist, konnten Sie sehen, als Georg Busch nach acht Jahren seine Macht friedlich per Handschlag und mit einer Umarmung an Barack Obama übergab. Diktatur dagegen ist, wenn Gadhhafi lieber sein Volk umbringt, als nach über 40 Jahren in den Ruhestand zu gehen.

Oder Sie verwenden eine Metapher: Die Versuche, Griechenland mit weiteren Milliarden zu retten, gleichem dem Versuch, unter einem durchlöcherten Heißluftballon ein immer größeres Feuer zu entfachen, um ihn am Fliegen zu halten. Irgendwann fängt er dann Feuer und stürzt endgültig ab.

Wenn es Ihnen außerdem noch gelingt, sympathische Begriffe zu wählen, dann haben Sie viel gewonnen. Warum müssen sich manche Unternehmen als „Pharmazeutische Industrie“ bezeichnen und dann in Kauf nehmen, als „Pharma-Multis“ beschimpft zu werden? Mit Worten wie „Arzneimittelhersteller“ oder „Heilmittelhersteller“ wäre der Sinn des Unternehmens sympathischer kommuniziert. Statt von „pharmazeutischer Forschung“ könnte man auch formulieren: „Wir forschen für Ihre Gesundheit.“

Bei all dem spielt Ihre Lautstärke kaum eine Rolle. Wichtig ist vor allem, dass Sie an den tatsächlichen Motiven Ihrer Gesprächspartner anknüpfen und mit verständlichen und sympathischen Begriffen reden.

Menschen erinnern sich vor allem an das, was sie mit sich persönlich in Verbindung bringen und leicht begreifen können. Deshalb sollten Sie nicht über Themen sprechen, sondern immer mit Ihren Zuhörern und über ihre Fragen und Sorgen.

Mit all dem haben Sie beste Aussichten, als Problemlöser ernst genommen und geschätzt zu werden. Das ist die beste Art, nachhaltig in Erinnerung zu bleiben.

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