Führung

Journalistin Dunja Hayali moderierte beim HCF-Jubiläum

Healthcare Frauen e.V.

Healthcare Frauen e.V. (HCF), ein Business-Netzwerk für weibliche Führungskräfte im Gesundheitswesen, feierte am 10.11.2017 im historischen Soho House in Berlin Mitte sein 10- jähriges Bestehen. Eine Podiumsdiskussion mit der Fernsehmoderatorin Dunja Hayali und namhaften Vertretern aus verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens bildete neben der festlichen Abendveranstaltung den Schwerpunkt des Jubiläums.

Die bekannte Fernsehmoderatorin Dunja Hayali moderierte souverän die große Diskussionsrunde der Jubiläumsveranstaltung, die sich mit dem Thema „Lässt sich auch mit Gesundheit Geld verdienen?“ befasste. Während traditionell für Krankheit gezahlt wird und Gesundheit Privatsache sei, würde sich der Markt zunehmend verändern, war von den Diskutanten zu erfahren. „Wir haben einen Switch von der Arztzentrierung hin zur Patientenzentrierung“, fasste Jessica Hanneken den Trendwandel
zusammen. In diesem Zusammenhang spielt das Internet als Informationsquelle für Gesundheitsfragen eine große Rolle. Hier würde sich Dr. Michael Flegel eine Internetseite oder ein Portal wünschen, auf dem Patienten 24 Stunden am Tag zu ihren Fragen eine zeitnahe Antwort von Fachleuten bekommen könnten, um dem Halbwissen der Foren Fachwissen entgegenzusetzen.

Wenn es um Geldverdienen geht, müsse die Frage heute lauten: „Wo verdienen wir Geld mit Krankheit, wo mit Gesundheit?“ machte Prof. Dr. Dr. Ilona Kickbusch deutlich. Denn nicht nur Krankheit sei ein großer Markt, sondern auch der Gesundheitsmarkt. „Ein Viertel des Geldes im Gesundheitswesen wird im weitesten Sinne im Gesundheitsmarkt ausgegeben“, konkretisierte Prof. Kickbusch die heutige Situation und betonte, dass der Gesundheitsmarkt immer weiter wachse. Dass sich dieser Markt von alleine regelt, hält sie für unwahrscheinlich. „In diesem Markt stecken so viel Geld und so viele Interessen, dass guter Wille nicht ausreicht, um die Einzelinteressen zu überwinden.“ Insbesondere die Lockerung des Datenschutzes hält sie für sehr kritisch. „Die Daten sind das Gold. Unsere Gesellschaft braucht hier Schutz“, so ihr Appell. Unterstützung fand sie bei Dr. Sven Jansen, der klarstellte: „Daten bzw. Informationen spielen heute eine immer wichtigere Rolle. Diese entwickeln sich immer mehr zu einem großen, neuen Markt.“ Hingegen würde Dr. Isabella Erb-Herrmann, Vorstandsmitglied der AOK Hessen, den Datenpool der AOK gerne mehr nutzen. „Wir könnten mehr individuelle Prävention und Gesundheitsberatung betreiben, wenn wir die Daten gezielt einsetzen könnten“, so ihre Argumentation. Prävention ist heute nicht mehr alleine Sache von Gesundheitskassen oder privater Vorsorge. Immer mehr Betriebe würden, so Lukas Loewe, in die Gesundheit ihrer MitarbeiterInneninvestieren, um damit Krankheitskosten zu minimieren und leistungsfähige, motivierte Mitarbeiter an den Betrieb zu binden.